Damit Ihr immer wißt, was wir gerade so treiben, könnt Ihr hier nachlesen.

Und so sahen die ersten Vorbereitungen aus - der Globus war gefragt wie noch nie und gibt jetzt auch Auskunft über die besten Reisezeiten.

 

In 2 Tagen geht es los und die erste Nacht im Zelt haben wir auch schon hinter uns - Yippieh!!!

Nach 12 Stunden Flug befanden wir uns in der schwuelen Hitze des Aequators in Singapur. Geografisch liegt das klar in Suedostasien. Hochhausfassaden, Markenwarenreklamen und fast penible Sauberkeit erinnern eher an Heimatliches. Nur der Raum ist so beengt, dass Waesche zur Begruessung von den Fassaden winkt.

Ab dem ersten Moment kommen wir kulinarisch in Asien an, mit Nasi Goreng zum Fruehstueck und auch mal Seegurke im Eintopf Foot in mouth Und dann: eine erste Rikscha.

Ein paar Haeuserzeilen mit 100jaehriger Geschichte als Ladengeschaefte chinesischer und indischer Haendler sind erhalten und heute restauriert und vermitteln exotisches Flair. In Chinatown  gibt es an jeder Ecke neue exotische Duefte aus den Garkuechen oder Tempelschreinen. Raeucherstaebchen aus der guten alten Teestuben-Zeit lassen gruessen.

Und ueber allem schweben froehlich die Lampions. Unsere Laune ist bestens, ...

 

... ganz im Gegensatz zu dieser zornigen Gestalt aus einem Hindutempel.

 

Diese ersten Tage als sanfter Einstieg in ein heftigeres Klima sind gut eingesetzt. Da wir ja beide an Jetlag leiden - eine wichtige Voraussetzung fuer Weltreisende -, koennen wir auch das in den Griff bekommen. Die Tage ermoeglichen auch den langsamen Abschied vom westlichen Komfort. Jetzt sind wir bereit fuer Abenteuer und wirkliches Asien!

 

Es war ja der dringende Wunsch von Thomas, nach Bali zu kommen, und damit Suedostasien in den Weltreiseplan einzufuegen. In den "Verhandlungen" ueber die Route klappte es dann auch im Gegenzug gegen die Aufnahme eines weiteren Monats in Australien... Doch dann fragt nach etwa einer Woche auf Bali Martina Folgendes: "Warum sind wir eigentlich nicht schon frueher hierher gekommen?" Na, muss man mehr sagen?

Was macht es aus, dass wir uns so wohl fuehlen? Das Besondere ist die heitere Freundlichkeit, mit der wir jederzeit und ueberall willkommen sind - als Passanten und als Kunden. Das ist uns so uneingeschraenkt noch nie irgendwo passiert. Ein herzlicher Gruss ist die Regel und nicht die Ausnahme.

Diese Herzlichkeit ist ueberwaeltigend, und ebenso auch die Religiositaet. Schreine und Opferstoecke stehen an jedem Haus, auf jeder Strasse und auf jedem Reisfeld. Taeglich frisch werden Opferschaelchen mit Blueten und Reis bestueckt, anmutig dekoriert und auf Buergersteigen und vor Altaren abgelegt.

 

 

Sie pflastern foermlich als Bluetendeko unsere Wege. Auch wir werden taeglich auf der Tuerschwelle mit guten Wuenschen bedacht.

Okay, manchmal geht vor lauter Opferbegeisterung die Anmut etwas verloren...

 

Diese balinesische Form des Hinduismus werden wir sicher nicht kurzfristig begreifen. Eindrucksvoll zu erleben ist dieses Eins aus Alltag und Glauben aber in jedem Fall. Mehrfach begegnen wir Gemeinden, die in umfangreichen Zeremonien ihre Opfergaben zuvor segnen, manchmal sogar vom beruehmten Klang eines Gamelanorchesters begleitet. Die Klangintensitaet und der "schraege" Rythmus des metallischen Haemmerns ist betoerend!

 

Naturfans und Wasserratten wenden beim letzten Bild vielleicht den Blick nach rechts...

Fuer den Neidfaktor: das war live vom Fruehstueckstisch aus fotografiert Cool 

 

Ein weiteres rituelles Element ist der "Dresscode". Statuen, Stelen und auch Baeume oder Brunnen tragen rote oder goldgelbe Guertel, und dazu Sarongs im klassisch schwarz-weissen Karo.

 

 

Unter der einheimischen Tierwelt fallen die Affen besonders ins Auge. Allerdings ist dabei durch den im Bild nicht gezeigten Partner stets auch die Fototasche oder der Rucksack gefaehrdet! Meterlange Leguane und flatterhafte Fledermaeuse sind auch besonders toll anzusehen, aber fuer die Fotografen zu flink...

 

Ausserhalb der Orte bestimmen meist Reisterrassen das Bild. Diese Art der Kulturlandschaft ist in ihrem aesthetischen Reis kaum zu uebertreffen! Wanderungen sind hier das reinste Vergnuegen.

 

Hinter dieser Traumkulisse steckt allerdings echte Knochenarbeit. Auch, wenn diesem Reisbauern ein Motorpflug zur Verfuegung steht, so ist der Alltag fuer 60% der Balinesen ehrlich hart. Dazu kommt noch, dass das Geschaeft mit pestizidgerechtem Saatgut in den Haenden einschlaegig bekannter Konzerne liegt, die praktischerweise gleich die passenden Mittel mit anbieten. Die Ernte ist natuerlich nicht saatfaehig, notwendige Nachbestellung also inklusive... Selbst auf der "Gluecklichen Insel" gibt es leider kein Paradies.

 

Nach diesen melancholischen Toenen brauchen wir eine Staerkung! Davon hat die balinesische Kueche reichlich zu bieten. Hier als Vorschlag koestliche gewuerztes Fischcurry, gegart in Bananenblaettern, natuerlich mit Reisbeilage. Die Variationen von Reis, mit Reis und an Reis sind ungezaehlt, und immer neu und lecker!

 

Noch mehr tiefgreifende Freude verleihen uns die Vorfuehrungen der Legong Taenzerinnen. Begleitet vom Klangrausch des Gamelanorchesters bewegen sie sich nahezu schwebend und mit unglaublicher Fingerakrobatik und maskenhaftem Gesichtsausdruck: faszinierend!

 

So gestaerkt sind wir fit fuer den Alltag. Denn vor der Tuer tobt oft genug der Baer. Das Wuseln der Mopeds bestehen nur Einheimische schlafwandlerisch. Daneben fordern uns auf den wunderschoen bunten Maerkten die Marktschreier. Deren Chor laesst die Kolegen auf dem Hamburger Fischmarkt alt aussehen.

 

Also ist wieder Zeit fuer einen Quell der Entspannung. Den haben wir in den heissen Vulkanquellen auch sichtlich gefunden. Inmitten ueppig tropischer Kulisse rieselt und plaetschert es so wunderbar erfrischend...

 

 

Die letzten zwei Wochen auf Bali waren wunderschoen. Gut, dass wir noch einmal zurueck kommen. Erst wenden wir uns jetzt nach Westen, nach Java. Auf Bali haben wir aber fast einen halben Zentner Gepaeck deponiert, um uns in Minibussen zwischen Reissaecken und Huehnern leichter zu tun. Die Freundlichkeit und Offenheit der Balinesen wird uns aber schon jetzt beeindruckend in Erinnerung bleiben. Leicht finden wir hier Anschluss...

 

 

... und werden mit umwerfend schoenem Bluetenschmuck willkommen geheissen:

 

PS: Es ist ausserhalb von Ortschaften mit Pool-Hotelanlagen echt schwierig, an Internetanschluss zu kommen, der nicht wie mit 56K-Modem arbeitet. Ausserdem muss ja auch Lust auf die Tastatur da sein. Deswegen werden die Intervalle von vier Wochen sicher erhalten bleiben. Langsam kommt aber echtes Reisefeeling auf mit dem Wissen, nicht einfach in die Heimat umzukehren. Wir denken an euch, bis bald!

 

 

 

So, mittlerweile sind wir schon eine Weile auf Java und voll im asiatischen Chaos angekommen. Um uns herum braust ein unglaublicher Verkehr aus unzaehligen Mopeds, jeder Menge schrottreifer Busse und Rikschas (nachts grundsaetzlich unbeleuchtet). Jedes Ueberqueren einer Strasse erfordert strategische Vorplanung und jede Menge Mut. Unsere erste Erfahrung mit dem javanischen Verkehr war eine 2-stuendige Zugfahrt, bei der wir als einzige Westler fuer echte Aufregung gesorgt haben. Wir sassen inmitten eines voellig ueberfuellten Zuges gequetscht und ohne Unterbrechung liefen Haendler durch die Gaenge, die sich die Seele aus dem Leib geschrien haben, um ihre dubiosen Waren loszuwerden. An den Haltestellen wurde dann zusaetzlich noch Nasi Goreng durch die Fenster verkauft, um zu dem Zigarettenqualm noch ein weiteres Aroma hinzuzufuegen. Wir waren dann ganz froh, als es mit dem Bus weiter ging weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass der Trubel im Zug noch getoppt werden koennte. Weit gefehlt - in einen Bus, der ca. VW-Bus-Groesse hat, passen hier locker 20 Fahrgaeste, 5 Saecke Reis, 3 Huehner im Zementsack und mehrere Eimer Tofu in Lake. Natuerlich plus Gepaeck und weitere Fahrgaeste auf dem Dach. Da haben wir nur den Ueberblick ueber die Zahl verloren. Fotos gibt es leider nicht, da man sich nicht mehr bewegen konnte, um die Kamera aus der Tasche zu holen Wink. Tja, und dann konnte es wirklich nicht mehr aufregender werden, oder? Den letzten Teil der Anreise mussten wir dann allerdings per Ojek erleben, dh als Beifahrer eines angeheuerten Hobbyrennfahrers, ohne Helm, dafuer mit dem grossen Rucksack auf dem Ruecken. Also, es gibt bestimmt Leute, die auf sowas stehen, zB Thomas in gewissen Grenzen, aber alle anderen finden es nicht so toll, wenn der Rennfahrer beim Bergabfahren den Motor ausschaltet, um Sprit zu sparen und immer schneller wird, um die Bremsbelaege zu schonen. 

Letztendlich sind wir dann wohlbehalten am Start unserer Wanderung angekommen und konnten unsere erste Tour auf Java angehen.

Es ging im Morgengrauen durch Nebelwald zum tollen Kratersee des Ijen der an einigen

Stellen 200 Grad hat. Hier haben wir dann auch ein weiteres Mal echten Einblick in die indonesische Arbeitswelt bekommen. In dem Krater wird manuell Schwefel abgebaut und von den Arbeitern bis zur Strasse in 100-Kilo Portionen getragen. Das ist jedes Mal ein Weg von ca. 2 Stunden.

Abgebaut wird ohne Atemschutz, und in Badelatschen geht es dann den steinigen Pfad schwer beladen hoch zum Kraterrand. Das Ganze fuer ca 5 Euro pro Tag, und die Leute sind auch noch froh, dass sie die Arbeit haben. Fuer uns sah das wie eine unglaubliche Knechterei aus. Unvorstellbar jedenfalls fuer uns Mitteleuropaeer.

Unser naechstes Ziel war dann der Vulkan Bromo, der bei jedem ordentlichen Java-Touristen auf dem Programm steht. Um 4:00 ging unsere Wanderung durch den stockfinsteren, nebelverhangenen Kratergrund los. Bald haben wir uns dann mit anderen Touries verbuendet, die leider auch keine Nachtsichtgeraete hatten, so dass wir dann gemeinsam umherirrten. Aber irgendwie hatten wir dann das Glueck der Blinden und trafen doch noch Ortskundige. Der Sonnenaufgang hat freundlicherweise auch gewartet bis wir den Kraterrand erklommen hatten.

   

Der Vulkan war aktiver, als wir erwartet hatten und gab riesige Schwefelsaeure-haltige Wolken ab. Das war ganz schoen garstig, und das Atmen fiel schwerer als zu besten Raucherzeiten.

So sieht das Ganze dann aus sicherer Entfernung von unserem Hostel aus aus. 

Dort haben wir uns uebrigens auch von der obligatorischen Darmgrippe erholt...

Als wir wieder fit waren, haben wir dann unsere erste Wanderung mit grossem Gepaeck in Angriff genommen. Alle anderen nehmen vom Bromo den gleichen Weg zurueck, den sie hingekommen sind. Das war uns zu langweilig, und wir haben uns fuer einen Tag in der Lavawueste entschieden. Wir sind quer durch den Krater gewandert

und auf der anderen Seite dann durch den Regenwald abgestiegen.

Die Einheimischen waren alle etwas verbluefft, wieso man so etwas freiwillig macht, haben uns aber gewaehren lassen. Als wir dann nach 7 Stunden schwere Fuesse bekamen, hat sich die Besatzung des Kohllasters sehr gefreut uns in unser Hotel fahren zu duerfen und damit das Geschaeft des Tages zu machen. Zum Glueck durften wir beim ersten Stopp in die Kabine wechseln und nur die Rucksaecke mussten beim Kohl bleiben Smile.

 

 

Nach den Vulkantouren steuerten wir zum Kontrast auserlesene Hochkultur an. Auf Java wetteiferten vor 1200 Jahren Hindus und Buddhisten um die Gunst der Goetter. Heute liegen fast in Blickweite nebeneinander die steinernen Andenken dieser Zeit, die Tempelanlagen von Prambanan und Borobudur. Prambanan ist dem Goetter-Dreigestirn Shiva, Vishnu und Brahma geweiht.

 

 

Weitaus beeindruckender noch wirkt Borobudur. Die Ausstrahlung, die von der Architektur  und deren Platz in der umgebenden Huegellandschaft ausgeht, fesseln uns zutiefst. Als buddhistischer Moenchsschueler auf der Suche nach dem Weg zur Weisheit dauerte ein vollstaendiger Rundgang um alle 9 Etagen damals genau 34 Jahre. Nun, wir verzichteten auf die Chance, auf unserer Reise schon bald das Nirvana unerschoepflicher Weisheit zu erreichen und gelangten in einer knappen Stunde zu erfuellenden Aussichten.

 

In den Zusammenhang passt eine neue Facette unserer Indonesien-Entdeckungen. Es handelt sich naemlich bei Indonesien heute um das weltweit groesste islamische Land. Nur die Balinesen sind noch hinduistisch orientiert. Selbst im kleinsten Dorf wurden mindestens drei Minarette mit je vier Megafonen errichtet, die ab vier Uhr morgens zunaechst stuendlich, gleichzeitig, aber asynchron zum Gebet rufen. Ein vor deutschen Gerichten ausgefochtener Streit, in dem es darum ging, ob der Kirchturm bereits um sechs Uhr frueh laeuten darf, wirkt bei dieser Beschallung manchmal kleinlich.

 

Nach ein paar guten Kopi Jaba (leckerer javanischer Kaffee) geht's aber immer guter Laune weiter.

 

Das Thema Transport bleibt uns auf Java jedenfalls erhalten. Den richtigen Weg finden, wenn die Hoeflichkeit den Einheimischen verbietet, nicht zu antworten und daher lieber falsche Tipps gegeben werden. Oder den richtigen Bus unter dutzenden zu finden, deren Fahrer jeweils als Ich-AG auf jeden Umsatz aus sind, Kundenwunsch hin oder her. Mittlerweile kennen wir ein paar Tricks ;-) Im Bus angekommen warten dann neue Herausforderungen. Da ist zum Beispiel folgendes Bilderraetsel, das unseren normalen Verkehrsalltag beschreibt, hier hinter dem Fahrer sitzend. Was ist hier falsch?

Richtig, in Indonesien gilt Linksverkehr, eigentlich :-|   Aber den richtigen Durchblick zu bewahren, verhindert schon die Frontscheibengestaltung, wenn der Fahrer nur etwas auf sich haelt:

 

 

An diese Blicke ueber die Schultern des Fahrers koennen wir uns so schnell nicht wirklich gewoehnen, sitzen jetzt lieber immer ganz hinten..., oder wenn es Mal schnell gehen soll ganz in der ersten Reihe:

 

 

Der Fahrer war sicher froh bei seiner Fuhre, angesichts dieses Auftrags aus dem Gegenverkehr:

 

 

Eine weitere haeufig anzutreffende Transportvariante haben wir noch nicht ausprobiert. In Kombination mit unserem Reisegepaeck auf dem Ruecken koennte das noch ein Meisterstueck werden.

 

Auch Tanken mussten wir noch nicht. Wie man an den Sprit kommt, scheint aber recht simpel. Man benoetigt nur den Kaefigschluessel... 

 

Reisen macht auch ganz schoen hungrig, besonders, wenn immer wieder zwanzig Kilo Ballast am Ruecken haengen. Gluecklicherweise gibt es ja den bereits beschriebenen Nachschub an jeder Haltestelle. Mittlerweile sind wir so gelassen, dass Zeit fuer ein Foto einer solchen Reistafel auf Bananenblatt bleibt:

 

 

Ausserhalb von Verkehrsmitteln ist stets fuer reichlichen Nachschub an Tropenobst gesorgt: 

 

 

Ein ganz anderes Thema braucht unbedingt noch Platz: Was immer wieder fuer Ueberraschung und teilweise ausgelassene Heiterkeit sorgt, ist die Klempnerei und Sanitaerausstattung. Wir sind da zwar keine Fachleute, aber doch mit jahrzehnte langer Erfahrung ausgestattet. Doch hier wartet abseits von Hotels, Pools und Klimaanlagen echtes Neuland auf uns. Ein Beispiel? Im Flughafen will ich mir die Ananas-klebrigen Finger waschen und betaetige den gewoehnlichen Wasserhahn. Und dann... Oooops, Zehen und Sandalen stehen im Regen! Zur Raummitte hin bildet sich ein seifiges Rinnsal und verschwindet dort absolut planmaessig in einem Miniabfluss. Unterm Waschbecken ist eben nur ein Fallrohr angebracht :-)) Oder so: In einem Gasthaus gibt's ein Zimmer mit Dusche und WC. Soweit, so gut, aber von einem Waschbecken war ja auch nie die Rede... Wie gesagt, fuer Lacher ist gesorgt. Ein letztes Beispiel (auch durch Wiederholung belegt) ist wieder das besagte Zimmer mit Dusche und WC. WC, ja. Aber wo ist der Schlauch, der Duschkopf? An der erwarteten Stelle findet sich ein randvoll mit frischem Wasser gefuelltes Becken und ein Eimerchen der Sorte Kinderspielplatz. Fotos gibt es leider keine :-(( 

 

Frisch gewaschen sind wir auf Java jedenfalls immer in abwechslungsreicher Landschaft unterwegs. Bis rauf auf 700 m begleiten uns Reisterrassen mit eingesprenkelten Kokospalmen. Spaeter, und bis hoch auf 2000 m folgen Kartoffelterrassen :-) Die Bauern auf dem Djeng Plateau sind stolz auf drei Ernten im Jahr! Auf Nachbarterrassen der Kartoffeln gedeihen hier ebenso alte Bekannte wie Karotten, Zwiebeln und Kohl...

 

Abends zieht der Nebel auf fuer seine Schattenspiele. 

 

Zum Sonnenaufgang hat er nur die hoechsten Vulkane wieder aus seiner Huelle entlassen.

 

Und mittags sind die Vulkane voll da.

 

Eigentlich dachten wir, die Einheimischen sind auch an Westler gewoehnt, genauso wie an Coke oder Nokia Mobilfunk. Aber in der Praxis befinden wir uns erstaunlich oft im Mittelpunkt des Geschehens. Vom freundlichen Gruss ueber heftiges Winken von Kinderhaenden bis hin zu Quasi-Starrummel ist alles drin. Da ueberlegt man noch, was mit der Frage nach einer Fotoerlaubnis eigentlich gemeint war, schon sammelt sich der Clan oder eine Clique, um eine Erinnerung an den denkwuerdigen Moment zu erhalten ;-) 

 

 

 

Nach soviel Trubel und Neuem auf Java duerstete uns nach Ruhe, Abgeschiedenheit und Natur. Das Ziel war schnell gefunden: Borneo. Davon dann bald mehr :-)

 

 

 

 

 

Nach der unglaublichen Hektik in Java haben wir uns kurzfristig entschlossen etwas mehr in die Natur abzutauchen und doch noch nach Kalimantan zu fliegen. Das wollten wir eigentlich von Anfang an machen, hatten dann aber beschlossen, dass es zu viel Fliegerei ist und zu teuer wird. Ganz kurzfristig hat uns aber dann ein einheimischer Anbieter ein so gutes Angebot gemacht, dass wir einfach nicht ablehnen konnten. Wir sassen also kurzerhand in einem kleinen Propellerflieger und ich habe schon etwas Angst bekommen. Die folgenden 4 Tage waren aber jede Flugangst wert.

Unser Ziel war der Tanjung Puting Nationalpark, den man nur zu Wasser bereisen kann. Wir sind also vom Flugzeug quasi direkt ins Hausboot (nennt sich hier Klotok) gestolpert und dann von einer 4-koepfigen Crew perfekt gefahren, bekocht und durch den Dschungel gefuehrt worden.

 

Das Leben auf dem Klotok war richtig super. Die wunderschoene Landschaft zieht langsam an einem vorbei und man findet immer etwas anzuschauen.  Etwas gewoehnungsbeduerftig waren nur die hygienischen Zustaende. Wer genau hinschaut, sieht auf dem folgenden Foto Thomas mit dem Wasser aus dem Fluss "duschen"

Als ich dann realisiert habe, dass mit diesem Wasser (das natuerlich auch gleichzeitig das Abwasser aus dem Klotok ist) auch unser Geschirr gespuelt wird, wurde es mir langsam etwas mulmig und ich war froh Antibiotika dabei zu haben. Aber wir waren wahrscheinlich durch Java schon so abgehaertet, dass wir zum Glueck keine Darm-Probleme bekommen haben.

Das eigentliche Highlight waren aber natuerlich die Orang Utans. Es gibt im Park ca. 7000 wild lebende Exemplare (einen davon haben wir gesehen). Ausserdem gibt es ca. 30 ausgewilderte Orang Utans, die aus der Gefangenschaft befreit wurden. Diese werden an mehreren Stellen im Park gefuettert, weil sie nicht ganz alleine ueberleben koennten. Zu diesen Fuetterungen koennen die Touris dann gehen und schauen. Die Stars waren natuerlich immer die Weibchen mit Ihren Babys.

 

Dieses Baby hatte schon raus, wie es die Milch, die die Mutter verschlabbert noch fuer sich retten kann.

Insgesamt war es einfach toll zuzuschauen, wie die Orang Utans elegant durch die Baumwipfel angeschwungen kamen. Moeglichst ohne jede Bodenberuehrung aber mit viel Geraschel.

Die Maennchen waren schon etwas furchteinfloessender, aber ebenfalls toll anzuschauen.

Abends hat unsere Crew dann immer einen schoen einsamen Platz fuer uns gesucht.

Hier konnten wir in der Daemmerung direkt neben dem Boot Nasenaffen beobachten.

Richtig klasse waren auch die Wanderwege vom Fluss zu den verschiedenen Fuetterungsstationen. Es ging immer durch dichte gruene Hoelle, die allerdings auch schoen von Moskitos besiedelt war.

 

Und hier bin ich mal wieder ganz in meinem Element: Der Koch hat bestens fuer uns gesorgt und die Bikinifigur rueckt in immer weitere Ferne...

... zum Thema Bikini gibt es dann das naechste Mal mehr...

 

Nach der wunderschoenen Tour zu den Orang-Utans, haben wir wieder kurzerhand unsere Plaene umgeschmissen. Eigentlich wollten wir eine 5-taegige Trekkingtour auf den hoechsten Vulkan Lomboks machen. Dann habe ich aber gelesen, dass der Weg zum Teil sehr ausgesetzt und steil wird - also nichts fuer mich ist. Also sind wir auf eine kleine Insel gefahren und haben wir uns fuer 5 Tage eine huebsche Palmwedel-gedeckte Huette am Strand gemietet.

 

Wir haben einfach nur noch gefaulenzt, geschnorchelt und gut gegessen (das war also wieder nichts mit der Bilikifigur ;-))

Daraus haben sich dann auch gleich die wichtigsten Fragen des Tages ergeben:

- Wo gehen wir schnorcheln?

- Laufen wir rechts oder links rum um die Insel?

- Welchen Fisch essen wir heute abend?

 

Hier sind ein paar Bilder vom Schnorcheln, aber leider sind die Bilder nicht annaehernd so schoen geworden, wie die Unterwaserwelt wirklich war.

   

 

   

Thomas musste beim Schnorcheln ein Kopftuch tragen, damit es keinen Sonnenbrand gibt.

  

Das ganze Leben hat sich auf Holzplattformen abgespielt. Sei es als "Liegestuhlersatz" vor unserer Huette, oder als Cafe zum Fruchtsaft trinken. Aeusserst gemuetlich und schoen schattig.

 

 Jeden Abend gab es einen tollen Sonnenuntergang anzusehen...

 ... und danach kamen immer die Feuertaenzer und haben Vorfuehrungen gegeben.

Die 5 Tage waren dann auch ganz schoen schnell vorbei (bei so einem ausfuellenden Programm...) und wir mussten zurueck nach Bali. Auf dieser Ueberfahrt buessten wir dann leider einen Teil der Erholung wieder ein, da es erst gute 5 Stunden ueber hohe und sehr rauhe See ging. Als wir endlich fast angekommen waren, mussten wir dann noch mal 2 Stunden bei bestem Seegang warten, bis ein Platz am Dock frei wurde. Das sind dann die indonesischen Gebraeuche, mit denen ich mich nicht so gut anfreunden kann und sofort mit meiner deutschen Mentalitaet anfange in Gedanken alles zu aendern Wink.

 

Total ausgeruht und erfuellt vom wenigen Tun auf Gili Meno ging's nun noch einmal zurueck nach Bali. Dort sollte unser Flieger nach Cairns in Queensland starten, und in Ubud hatten wir ja vor fuenf Wochen die Haelfte des Gepaecks deponiert. Das war die bestmoegliche Entscheidung. Denn mit voller Montur waeren wir in keinen Minibus gekommen, die Taxi-Mopeds haetten Uebergewicht bekommen.

Die 24 Stunden in Ubud haben wir aus derart vollen Zuegen genossen, dass es eine Freude war. Die Begeisterung ueber das Leben auf Bali hatten wir bei vielen Situationen auf Java erinnert, wenn die Laune mal schnell wieder aufgebessert werden sollte. Nun waren wir wieder mittendrin in dieser Atmosphaere aus Herzlichkeit, Anmut und Duft. Klingt vielleicht kitschig, aber so eine Umgebung war uns bislang ehrlich nirgendwo begegnet. 

Der Flieger brachte uns dann reibungslos nach Cairns (einziger Reibungspunkt: die Sicherheitsdurchleuchtung schluckte den Fotoapparat, spuckte ihn nicht sofort wieder aus, Thomas schnappte sich alles, was durchleuchtet war, wir liessen die Visa entwerten, warteten auf den Flieger und dann Martinas Aufschrei, viel Schweiss, gutes Zureden bei der Immigations Behoerde, freudiges Wiedersehen, puhhh Smile).

Cairns hat als Stadt nicht viel zu bieten, aber jede Menge tolle Galerien mit Aboriginal Art und eine Uferpromenade mit besonderem Flair. Den von Krokodilen, Quallen, UV-Intensitaet und Ebbe badeentwoehnten Einwohnern wurde direkt am Ufer ein beschattetes Badevergnuegen gebaut.

 

Unser Mietauto brachte uns dann an noerdlichste Ende der Teerstrasse. Das ist gleichzeitig der Ort, an dem vor fast 240 Jahren James Cook den Kontinent fuer die westliche Welt eroberte.

 

Zurueck zu kommen in die westliche Welt, sollte kein Problem sein, noch dazu an eine so schoen Kueste, dachten wir. Nun wissen wir es besser. Eine Woche etwa dauerte die Umgewoehnung... Was uns ploetzlich fehlte, ist schwer zu beschreiben. Die Einfachheit vielleicht, nicht waehlen zu muessen im Supermarkt zwischen 100 Nudelsossen, sondern aus den fuenf Gerichten der Speisenkarte; nicht dem Verkehrsfluss im Mietauto ausgeliefert zu sein, sondern von Bus/Mopek/Rikscha aus die Szene mit 100% Aufmerksamkeit aufsaugen zu koennen; auf einmal an jeder Ecke Weight Watchers Reklame zu sehen; deutlich weniger Aromen zu schmecken und zu schnuppern; vielleicht auch fehlende Aufmerksamkeit, weil Deutsche hier eine der groessten Touristengruppen stellen, das Alles wird es wohl sein. (Apropos Deutschland, in Indonesien German genannt: etwa ein Viertel derjenigen, die uns auf Java nach unserer Herkunft fragten, kannten German nicht, ehrlich. Gegen Ende hat sich Thomas bei Unverstaendnis einfach als Hollaender geoutet, die kennt man dort. Auf Bali war die Standardreaktion schon anders: oh..., good..., Ballack!!)

 

Tatsaechlich ist die tropische Landschaft in Nordost Australien an ein paar Stellen toll erschlossen. Immer wieder fuehren Bohlenwege auf Stelzen durch das oft sumpfige Gelaende. Das gibt die Freiheit, nicht auf Wurzeln achten zu muessen und sichere Hoehe ueber eventuellen Salzwasserkrokodilen (dort, wo die Bohlen dann ploetzlich metallverstaerkt daliegen..).

 

 

Sehr nah kommen wir immer wieder den Wuergefeigen. Deren Opfer haben nichts zu lachen, werden ueber Jahre hinweg gemeuchelt, und zwar mit einer Unmenge wild schlingender Wurzeln und Triebe:

 

Die hiesige Tierwelt ist fuer uns beide leider zu fotoscheu oder zu hibbelig, jedenfalls nur selten scharf abzubilden. Unsere Biologenherzen huepfen aber immer wieder beim Tiere beobachten, z.B. die eierlegenden Schnabeltiere, riesengrosse Kasuare, oder beim Schnorcheln neben Dutzenden anderer toller Rifffische sogar ein Rotfeuerfisch.

 

 

Ganz zu schweigen von der Unzahl an Voegeln, die in der Daemmerung taeglich ein ungeheures Konzert starten, laut, vielstimmig und allesamt fremde Klaenge!

So macht aufstehen um sechs Uhr Spass!

Abends zuvor koennen wir uns an der Milchstrasse kaum satt sehen, die hier so klar erscheint wie nie:

Im Outback angekommen zu sein, wieder im Zelt der Natur so nahe wie moeglich zu sein, das ist toll. Das haben wir gesucht - und jetzt gefunden. Langsam kommt aber etwas Unruhe auf, weil das groesste Abenteuer im Norden Queenslands nun vor uns liegt: Eine Woche lang wollen wir den Urwald der Hinchinbrook Insel durchwandern, zu zweit mit Zelt und toenernem Wasserfilter. Trekker schwaermen von diesem Pfad. Er muss etwas Besonderes an sich haben (neben der strandnahen Bedrohung durch Krokodile und der naechtlichen Stoerung durch beutesuchende Nager). Immerhin betraegt die Distanz nur schlappe 32 km, jede Menge Furten machen es wohl abenteuerlich. Wir sind voller Tatendrang und melden uns etwa Mitte September wieder. Macht's gut!

 

 

 

Endlich haben wir jetzt unser erstes Traumziel innerhalb von Queensland erreicht: Seit Jahren schon machte uns die einschlaegige Wanderpresse den Mund waessrig, wie schoen, eindrucksvoll und einzigartig der Thorsborne Trail sei, einer der schoensten seiner Art, wenn man denn fuer ein paar Tage voll auf die Zivilisation verzichten will. Und wenn einen das permanente naechtliche Rascheln im Unterholz nicht schreckt.

Per Taxifaehre geht es schnell rueber zur Suedspitze der Hinchinbrook Insel. Der Magen macht das gut mit, obwohl er vom "Abschiedsessen" des Vorabends, einem reichhaltigen australischen Buffet, noch gut gefuellt ist. In den kommenden Tagen sind ja Tuetengerichte angesagt. Gewichtsparen ist die oberste Devise, doch wir kommen beide auf fast 15 Kilo. Am ersten Strand entlang ist das voellig unerheblich, Frische und Vorfreude gleichen das locker aus:

Nach einer ersten kleinen Furt durch einen Bachlauf geht's rein in den Regenwald. Minuten spaeter finden wir uns in einer spannenden gruenen Wildnis wieder, die auch etwas Unheimliches ausstrahlt. Vom Faehrmann wurden wir noch darauf hingewiesen, uns "croc-wise" zu verhalten. Nur welche Weisheit hilft einem hier, wenn zwei faustgrosse Augaepfel im Wasser auftauchten, unterlegt mit dutzenden Reisszaehnen??? Wir sind dennoch frohgemut, weil immerhin jeden Tag bis zu 10 Wanderer im Nationalpark "ausgesetzt" werden. Die Verluste sind offenbar nicht wirklich dramatisch, das wuerde sich ja 'rumsprechen.

 

Ab jetzt aendert sich der Landschaftscharakter im Halbstundentakt. Mal verhindern dichte stachelige Rattanschlingen ein einfaches Durchkommen, dann geht es weiter oben durch offenere Flaechen mit Baumheiden, dann erneut an den Strand und wieder rein in sumpfigen Regenwald.

  

 

Hier ist dann auch der erste Zeltplatz. Kaum ist das Zelt aufgestellt, gibt es ' was Leckeres. Wir entdecken die gute alte Bifi wieder, und Datteln Foot in mouth Aufwendiges durfte nicht mit, weil auch aller Muell im Rucksack fortgetragen werden muss. Ueber Nacht muss Essbares in bereit gestellte Metallcontainer gesperrt werden, da die Buschratten oefters schon ihrer Nase folgend mit wenigen Bissen in Zelte eingedrungen sind. Trotzdem ist das naechtliche Rascheln ein staendiger Thrill! (Hier sind es die Buschratten, anderen Orts sind es Truthaehne. Auch Opossums und sogar Kaenguruhs sind schon ums Zelt geschlichen!) Zur Morgendaemmerung wecken uns immer wieder bezaubernd fremde Vogelkonzerte.

 

In den kommenden Tagen sind die vielen Furten immer neue Herausforderungen, sorgen fuer Abwechslung und Adrenalinausschuettung.

Mittlerweile ist leider klar, dass wir die kaltfeuchteste Trockenzeit in Queensland seit 20 Jahren erwischt haben. Da hilft uns die Wandererfahrung aus Schottland und Irland, um es in der Mittagspause doch gemuetlich zu haben ...

 

 

 Dieses Schild hing dann am naechsten Zeltplatz...

Nun, all die Hoehenmeter und Wanderstunden lassen uns wie immer kurz nach Sonnenuntergang gegen sieben Uhr doch in den Tiefschlaf fallen.

Jeder der fuenf Wandertage bringt neue Ueberraschungen. Manchmal ist das allein die Suche nach dem Wanderzeichen, denn niemand will hier nur zwei oder drei Meter vom rechten Pfad abkommen:

 

Ausgleich und Erholung schaffen zwischendurch erfrischende Pools:

 

Eine der wichtigsten Taten ist jeden Tag das Auffinden eines geeigneten Bachlaufs, in der Trockenzeit ist das gar nicht so leicht. Das gesammelte Wasser wird dann noch durch unseren Filter gedrueckt, um unerwuenschte Einzeller loszuwerden. Bei etwa 10 Litern dauert das so seine Zeit und kraeftigt auch die tagsueber vernachlaessigten Muskelpartien.

 

 

Den folgenden wunderschoenen Zeltplatz mussten wir leider wegen der heranrueckenden Flutmarke einige Meter nach hinten ins Unterholz verlegen. Damit war der Grundstein dafuer gelegt, dass die Nachtruhe diesmal ausfiel:

Zum Sonnenuntergang  sassen wir gemuetlich am Strand, warteten dann noch auf die Milchstrasse, die hier einfach so unbeschreiblich unergruenlich tief erscheint, um dann in Richtung Zelt aufzubrechen, Martina voraus. Dann ein erstickter kurzer Aufschrei, ich werde nach hinten geschubst. Die Worte "Schlange am Zelt" alarmieren auch mich. Martina sucht die Distanz, ich den kurzen Weg zum Fotoapparat. Den Dialog und das Gerangel kann sich jeder leicht ausmalen. Mittlerweile wissen wir sicher, dass es eine Python war. Die wuergt ihre Beute und beisst nicht giftig. (Anm. dazu per Mail aus der Heimat: ... Der Partner sollte im Fall des Falls vom Schwanzende her abwickeln. Danke, Britta, wir werden berichten ;>> Dieses Wissen hatten wir vor Ort noch nicht. Fuer Spekulationen war also genuegend Platz. Und so war es um die Nachtruhe geschehen. Aber ist die Hautzeichnung nicht toll?? ;-) 

 

Am letzten Tag folgte noch eine kurze ausgesetzte Kletterpartie an einer Klippe entlang. Die konnte aber auch nicht mehr schocken. Schliesslich beendete ein Bad im Ozean den Treck.

 

Ein weiteres Wassertaxi brachte uns zurueck in die Zivilisation in Form von Waschmaschinen und Bergen von superfrischen Fish'n'Chips und Krabbensticks
Der Thorsborne Trail war einfach toll!

 

Was wir jeden Abend geniessen konnten war auch das lockere Gespraech mit den anderen Wanderern. Erstmals seit den Hostels auf Java haben wir uns laenger mit Gleichgesinnten unterhalten. Das hatte uns offenbar seitdem gefehlt, weil wir es beide so positiv empfanden. Weltreisende waren leider nicht darunter. Dafuer haben wir aber so viele Australier kennen gelernt, dass wir uns jetzt richtig wohl fuehlen! Insgesamt erscheinen sie uns gegenueber immer freundlich, optimistisch und hilfsbereit. Das Reisen ist damit total einfach, man fuehlt sich auch wirklich willkommen. "Germany must be empty right now. Everybody came over here.".

Unsere Reise fuehrt nun weiter der Ostkueste entlang nach Sueden. Bei Townsville treffen wir dann auf die ersten Kaenguruhs und die kleineren Wallabies. 

 

Und die bunten Loris sind weiterhin treue Begleiter, fuer jeden Kunstturn-Ueberschlag und jedes Gezeter zu haben.

Townsville hat sich wie auch Cairns eine lustige bauliche Loesung an der Strandpromenade ausgedacht, an der so oft Ebbe herrscht oder die Quallenangst: ein oeffentlicher Kinderspielplatz voellig unter Wasser :-) Fuer Erwachsene stehen kostenlose ueberschattete Elektrogrills mit Sitzgruppen zur Verfuegung. Geselliger geht es auch am Max-Eydt-See nicht zu.

 

 

Bereits seit Cairns dominiert an der Kueste immer wieder der Anbau von Zuckerrohr die Landschaft. Da lohnte es sich, zur einfacheren Ernte gleich einmalig ein riesiges Netz aus Schmalspurbahnen zu verlegen, die nun immer wieder mit ellenlangen Zuegen den Verkehr stoppen. Das ist genau die Abwechslung, die Eisenbahnnostalgiker lieben:

 

Am Wegesrand liegen immer wieder wunderbare Kleinode, wie zum Beispiel der - voellig Krokodil-freie - Alligator Creek im Bowling Green Nationalpark, ein echter Badespass.

 

In Airlie Beach erreichen wir dann die Faehrverbindung fuer Tagesausfluege auf das Grosse Barriere Riff. Wir steuern das Hardy Reef an, professionell eingekleidet gegen Kaelte und Tierkontakte :-)

Die staerksten Eindruecke hinterlassen die Fischmengen, besonders die Schwaerme.

 

Auch wenn die Fotos unscharf werden, so zeigen sie doch einen Teil der Schoenheit der Tiere. Und leider auch viele tote Korallen. Die lebenden begeistern dafuer aber dennoch, und ebenso die bunten Korallenfische.

Absolute Stars - und voellig unerwartet - werden in unseren Augen aber die Muscheln! Das groesste Exemplar war fast 2 Meter breit. Jedes Tier stuelpte sein samtiges und farbenfrohes Inneres ueber den Rand nach aussen, einfach klasse!

 

Genug geschnorchelt, jetzt wird gekayakt.

Wir bleiben auf Reisen, das Erleben ist grenzenlos. 

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